Dienstag, 13. Dezember 2011

Maimonides – Die Vereinbarkeit von Philosophie und Judentum

Moses Maimonides (1135?-1204) starb an einem 13. Dezember in Kairo (damals Fustat). Dort hatte der in Córdoba Geborene eine dauerhafte Zuflucht gefunden; denn die ab 1147 im islamischen Spanien herrschende Almohaden-Dynastie duldete keine Juden. Er wirkte als Arzt und als Rabbi. Sein philosophisch bedeutendstes Werk ist der "Führer der Unschlüssigen". Darin geht er von der geistigen Not aus, in die seine Glaubensgenossen geraten können, wenn sie sich mit Philosophie beschäftigen, insbesondere der seinerzeit gerade wiederentdeckten aristotelischen. Zu viele Gedanken des altgriechischen Weisen erschienen unvereinbar mit den heiligen Schriften. Der große jüdische Gelehrte wusste Rat: Die Glaubensinhalte seien 'notfalls' bildlich- allegorisch und nicht wörtlich-historisch zu deuten. Andererseits habe man bei Aristoteles zwischen gültigen Lehrsätzen und bloßen Lehrmeinungen zu unterscheiden. Um solche handele es sich etwa bei dem Gedanken, die Welt sei ewig. Sowohl für als auch gegen diese Annahme sprächen gute Argumente, sodass der Gläubige getrost am Schriftwort von Gottes Erschaffung der Welt festhalten könne. Zudem sei der Glaube an das 'Wunder der Schöpfung' grundlegend für den Glauben an Wunder überhaupt, den Maimonides verteidigen wollte.

QUELLEN
Fassmann (Hg.): Die Großen der Weltgeschichte (Kindler 1973)
Lutz (Hg.): Philosophen Lexikon (Metzler 1995)

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