Montag, 5. Dezember 2011

Aurobindo – Indisch für alle

Sri Aurobindo (1872-1950) wurde an einem 5. Dezember in Kalkutta geboren. Er ging im Mutterland der britischen Kolonialmacht zur Schule, ehe er, zurück in der Heimat, sich in die dortigen Sprachen und Weisheitstraditionen vertiefte und für die indische Unabhängigkeit an führender Stelle kämpfte. Im Gefängnis gewann der "Aufwiegler" die Überzeugung, dass die Hindu-Philosophie ein Segen für die ganze Menschheit sei. So endete sein politisches Engagement, und die Spiritualität eines Integralen Yoga wurde in den ihm verbleibenden vier Jahrzehnten sein einziger Lebensinhalt. Bei der Yoga-"Synthese", wie er sie lehrte, stand nicht eine Folge von traditionellen Übungen im Mittelpunkt, sondern ein am "Göttlichen" orientiertes geistiges Wachstum. Dessen Endzweck sei nicht etwa das verlöschende Einswerden mit dem Göttlichen, sondern die Beseelung der Welt mit dem höchstmöglichen Bewusstsein. Der auf diese Weise wirkende Übermensch habe allerdings nichts mit einem in seinem Ich-Bezug maßlosen Herrenmenschen zu tun, sondern sei nicht mehr und nicht weniger als ein unablässiger Teilnehmer am göttlichen Spiel. Nach Aurobindos Tod setzte seine Gefährtin Mira Alfassa diesen Weg einer ungeteilten Hingabe unter anderem dergestalt fort, dass sie in Südindien die internationale Stadt Auroville gründete mit der Meditationsstätte Matrimandir ("Tempel der Mutter") im Zentrum.

QUELLEN
Aurobindo: Savitri – Legende und Sinnbild (Hinder & Deelmann 1992)
Mittelstraß (Hg.): Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie (Metzler 1995)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen