Donnerstag, 3. November 2011

Sen – Vom Wohlstand der Menschen

An einem 3. November (1933) wurde im indischen Westbengalen Amartya Sen geboren. Zwischen seiner zweiten und dritten Ehe waren er und die amerikanische Kulturphilosophin Martha Nussbaum Lebenspartner. Der weltweit angesehene Ökonom und erste asiatische Wirtschaftsnobelpreisträger (1998) hält sich selbst für einen Dilettanten auf philosophischem Gebiet. Dieser Dilettantismus, den er mit vielen Menschen teile, sei eine seiner vielen Identitäten (Mann, Bengale, Akademiker, Demokrat, Heterosexueller, Areligiöser und ... und ... und ...) – und es gehöre zum Wesen jedes Menschen, viele Identitäten zu haben. Viele Identitäten leben zu können, aber keine von ihnen absolut zu setzen oder hoch über alle anderen zu stellen, sei Kennzeichen einer humanen Entwicklung. Indem ein Gemeinwesen, am besten als demokratisches, diese Entwicklung fördere, bekämpfe es am nachhaltigsten Unfreiheit, Ungerechtigkeit und Armut. Demselben sozialethischen Anliegen folgt wirtschaftsstatistisch der von Sen mitgeschaffene Human Development Index, der als Wohlstandsindikator eines Landes bei weitem aussagekräftiger sei als etwa das Pro-Kopf-Einkommen.

QUELLEN
Sen: Die Identitätsfalle (Beck 2007)
Sen: Ökonomie für den Menschen (Hanser 2000)

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