Freitag, 4. November 2011

Moore – Etwas Gutes ist etwas Gutes ist etwas Gutes

An einem 4. November wurde in London George Edward Moore geboren (1873-1958). Philosophie studierte und lehrte er fast ausschließlich in Cambridge, wo er auch starb. Wie kaum etwas anderes gab ihm das Gute zu denken, genauer gesagt: das Eigenschaftswort "gut". Das derartige Beim-Wort-nehmen eines Begriffs machte seinerzeit als logische Analyse der Sprache Schule und ist bis heute eine Hauptströmung der modernen Philosophie: die analytische. Deren berühmteste Gründergestalten sind Bertrand Russell und Ludwig Wittgenstein, denen Moore an Geistesgröße jedoch kaum nachsteht. Diese ist unter anderem daran zu erkennen,  dass er im ethischen Denken einen "naturalistischen Fehlschluss" offenlegte, welcher in der seitdem sich ausweitenden Disziplin der Metaethik fortwährend diskutiert wird. Moore vertrat dabei die These, dass man den moralischen Sinn des Wortes "gut" verfehle, wenn man es – in einem weiten Sinn von naturalistisch – durch ein 'eindeutigeres' ersetze, zum Beispiel durch "angenehm", "nützlich", "gesetzestreu" oder "gottgefällig". Insofern sei "gut" ein unanalysierbares, nur intuitiv – in einer Art unmittelbarer Schau – verstehbares Wort und darin ähnlich den Farbwörtern; denn was etwa die Farbqualität "gelb" bedeute, könne man ebenfalls nicht verstehen, ohne etwas Gelbes gesehen zu haben – wenn es einem stattdessen auch noch so 'genau' erklärt würde.

QUELLEN
Moore: Principia Ethica (Reclam 1996)
Warnock: Englische Philosophie im 20. Jahrhundert (Reclam 1971)

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