Montag, 28. November 2011

Lévi-Strauss – Wie man Menschen versteht

Claude Lévi-Strauss (1908-2009) wurde an einem 28. November in Brüssel geboren. Hundertjährig starb er in Paris. Der Mann, dessen Name an Denim-Jeans denken lässt, erlangte Berühmtheit auf einem anderen 'volkstümlichen' Gebiet: dem der Völkerkunde. Hierin trat er kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mit einem interkulturellen Vergleich von Verwandtschaftssystemen hervor, wobei er besonderes Augenmerk auf die Ausnahmen vom Inzestverbot legte. Methodisch knüpfte der Ethnologe an den sprachwissenschaftlichen Strukturalismus von Ferdinand de Saussure und Roman Jakobson an. Zugleich verstand Lévi-Strauss es im Sinne Sigmund Freuds, den gewöhnlich unbewussten Gebrauch der Volkssprachen auszuwerten. Auf diese Weise ergab sich aus seinen Forschungen ein Begriff vom Menschen, für den "der Andere" maßgeblicher ist als "das Ich", so dass als philosophischer Ahnherr der strukturalen Anthropologie eher Jean-Jacques Rousseau als René Descartes erscheint.

QUELLEN
Lepenies: Nachruf auf Claude Lévi-Strauss (Welt am Sonntag 3.11.2009)
Lévi-Strauss: Das wilde Denken (Suhrkamp 1968)

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