Mittwoch, 16. November 2011

Alembert – Der Mathematiker unter den Enzyklopädisten

An einem 16. November wurde in Paris Jean le Rond d'Alembert geboren (1717-1783). Der französische Aufklärer lebte bis in seine späten 40er Jahre bei einer Ziehmutter, die ihn als Findelkind großgezogen hatte. Der biologische Vater, ein General, unterstützte ihn finanziell, so dass er studieren konnte. Seine Hauptfächer indessen brachte er sich selber bei: Mathematik und Physik. Auf solch einem exakt-wissenschaftlichen Fundament allein habe auch eine von metaphysischen "Schimären" freie und allgemein verständliche Philosophie ihren Platz. Diesen Gedanken formulierte er erstmals in der Einleitung zu der von Denis Diderot in Angriff genommenen Encyclopédie, einem mehr als zwei Jahrzehnte laufenden Großprojekt, für das der Jugendfreund ihn als Mitherausgeber gewonnen hatte. Er zog sich jedoch etwa zur Halbzeit des Unternehmens aus dieser exponierten Stellung wieder zurück, nachdem sein mit Vor-Ort-Informationen Voltaires angereicherter Enzyklopädie-Artikel über Genf den dort lebenden Jean-Jacques Rousseau zu einem Sendbrief ("Lettre à d'Alembert") veranlasst hatte. Streitpunkt war der Nutzen des Theaters für die Aufklärung, den Rousseau neuerdings vehement in Abrede stellte. Dem öffentlich Angeschriebenen war daran gelegen, derart in Szene gesetzten Kontroversen aus dem Weg zu gehen.

QUELLEN
Alembert: Einleitung zur Enzyklopädie (Fischer 1993)
Selg/Wieland (Hg.): Die Welt der Encylopédie (Eichborn 2001)

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