Dienstag, 15. November 2011

Albertus Magnus – Aristoteles wird Christ

An einem 15. November starb in Köln der aus dem schwäbischen Lauingen stammende Albertus Magnus (um 1200-1280). Er gehörte seit 1223 dem acht Jahre zuvor gegründeten Bettel- und Predigerorden der Dominikaner an. Hervorgetreten waren diese anfangs als Missionare der in einem Kreuzzug niedergekämpften südfranzösischen Katharer. Albert selbst erhielt Jahrzehnte später den päpstlichen Auftrag, als Prediger an den Vorbereitungen zu einem Kreuzzug nach Byzanz teilzunehmen. Von weitaus größerer Bedeutung jedoch war der universal gebildete Mönch für die scholastische Philosophie des 13. Jahrhunderts. Erstmals umfassend bekannt wurden damals durch arabische Gelehrte im westlichen Europa die Schriften des Aristoteles. Albert widmete sich ihnen intensiv als Kommentator und erreichte damit, dass im Geistesleben des christlichen Mittelalters der Platonismus seine Vorrangstellung an den Aristotelismus verlor. Hierin tat zwar erst sein genialer Pariser Schüler Thomas von Aquin ganze Arbeit, doch für den Fortgang der Wissenschaft kann ein besonderes Verdienst des Albertus nicht unterschätzt werden: er war Pionier einer – seinerzeit noch als Magie bestaunten – empirischen Naturforschung unabhängig von dogmatisch-philosophischen oder theologischen Vorgaben.

QUELLEN
Volpi (Hg.): Großes Werklexikon der Philosophie (Kröner 2004)
Weger (Hg.): Argumente für Gott (Herder 1987)

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