Sonntag, 25. September 2011

Wenn Gott das Böse unterbände

Wenn ein allmächtiger Gott das Böse unterbände, geschähe keinem Geschöpf jemals ein Leid. Alles verliefe derart nach Plan, dass in der Welt weder irgend ein Unfall noch irgend eine Untat vorkäme. Niemand könnte sich eine Freiheit herausnehmen, die böse enden kann. Die höchste, nämlich absolute Sicherheitsstufe würde gelten. Keinem Spielraum wäre zu trauen. Es könnte ja etwas passieren, und dann wäre das Unglück da. Eigentlich dürfte gar nichts passieren, also gar nichts sein, wenn jegliches Übel im Keim erstickt werden soll. Doch die Idylle des Nichtseins wurde vom Drama des Seins abgelöst. Das Geschöpf der Allmacht ist kein geschlossenes, sondern ein offenes Gebilde. Das einzige Sinngebilde, das in Frage und zur Debatte steht.

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