Donnerstag, 29. September 2011

Stand der Nichts-Forschung

Mit dem Nichts ist nicht zu rechnen, weil es unendlich viele Alternativen dazu gibt, von denen keine sich in nichts auflöst, sondern mit höchster Wahrscheinlichkeit etwas anderes zur Folge hat. Das Nichts ist noch schwerer zu erreichen als ein Ideal, und letzteres bereits ist praktisch unmöglich. Irgend ein Untergang führt so wenig wie irgend ein Übergang zu gar nichts. Allem, was ist, mag das Nichts irgendwie beigemengt sein; es mag wie ein Zeitzahn an ihm nagen; aber das bedeutet keinesfalls seine Vernichtung. Nichtphysikalische Befunde wie diese stützen die quantenphysikalische Viele-Welten-Theorie. Im Sein ist für alles Mögliche Platz. Die Hamlet-Frage "Sein oder Nichtsein?" ist umzuformulieren in "So- oder Sosein?" Wer immer dem Nichts das Wort redet, verhehlt ein So, dem bloß seine momentane Laune keinerlei Bedeutung beimisst. Nihilismus ist garantiert vorübergehender Un-Sinn. Wir können nicht tiefer fallen als in Unterschätztes.

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