Donnerstag, 4. August 2011

Kindesmörder Magnus Gäfgen stehen 3000 € Schmerzensgeld wegen Folterdrohung zu

Es ist entschieden besser, dass ein Staat die Menschenwürde konsequent bis zur Schmerzgrenze achtet, als dass er sich in einem noch so "eindeutigen" Fall ihre Missachtung herausnimmt. Das Urteil macht deutlich, dass strafrechtlich wie moralisch die Folterdrohung gegenüber dem Kindesmord das bei weitem kleinere Übel ist. Ein Übel, das weder sein soll noch ungeahndet bleiben darf, ist dieses böse Mittel der Drohung zum guten Zweck der Aufklärung dennoch. Der Protest gegen die Entschädigung zugunsten eines Kindesmörders ist freilich nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass der Schmerz der Eltern nicht durch eine Art Schmerzensgeld gelindert wird. Auch wenn dieser Schmerz sowieso durch nichts dergleichen auch nur teilweise aufzuwiegen ist, spricht ein gewiss nicht völlig abwegiges Rechtsempfinden dafür, dass es den Leidtragenden eines Mordes wenigstens zustehen sollte, finanziell mit allem "entschädigt" zu werden, was der Täter flüssig machen kann. Wozu im hier behandelten Fall die 3.000 Euro schon einmal gehören. Beides steht in einem zu engen Zusammenhang, um sagen zu können, das eine habe mit dem anderen nichts zu tun. Oder müsste mich ein Rechtsgelehrter hier korrigieren?

1 Kommentar:

  1. Folgenden Beitrag eines Rechtsgelehrten habe ich gefunden: http://www.zeit.de/2004/51/Essay_Daschner/komplettansicht

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