Freitag, 20. Mai 2011

Stichwort "Wer wird Millionär?"

Niemand muss Millionär werden, weder bei einem Quiz noch bei einem anderen Leistungsvergleich. Menschen sind von Natur aus leistungsbereit, zu Leistungen motiviert. Sie haben dazu keinen finanziellen Anreiz nötig. Sie sind geborene Amateure: Leistungsliebhaber. Kinder mit Geld für das zu belohnen, was sie leisten, wirkt demotivierend. Sie lernen dadurch, alle Talente zu vernachlässigen, die nicht gut bezahlt werden. Geld darf hier keine Rolle spielen und tut es ja überall dort nicht, wo es an Geld nicht mangelt. Damit es nirgendwo an Geld mangelt, sollte es ganz abgeschafft werden; denn es mangelt an Geld fast überall, solange es nicht abgeschafft ist. Und so lange werden Leistungen vor allem erbracht, um an Geld zu kommen. So lange können Spiele keine zutiefst unnützen Spiele sein, also überhaupt keine Spiele. Sie können nur Ausscheidungskämpfe sein im Wettbewerb um Marktanteile, worauf sich aller Nutzen reduziert hat. Es sollte wie nichts anderes eine Frage der Ehre sein, ob Menschen arbeiten wollen, um an Geld zu kommen, oder ob sie arbeiten wollen, um zu leben. Zwischen die Arbeit und das Leben sich drängend, richtet das Geld weniger Heil als Unheil an. Es pervertiert die Proportionen. Über eine humane Arbeits- und Lebenswelt müssen sich die Menschen besonnener verständigen als dadurch, dass sie das Blockier- und Schmiermittel Geld bestimmen lassen, wo es langgeht. Sie brauchen keine Millionen, sondern sind selber Millionen genug, um sich bestens zu unterhalten.

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