Montag, 23. Mai 2011

Stichwort "Spielertransfer"

Zwischen den Spielzeiten hat der Transfermarkt Hochsaison. Das kann ich gut verstehen. Zu Spiel und Sport gehören zwar nicht unbedingt, aber durchaus naturgemäß das Kräftemessen und der Leistungsvergleich. Da nimmt es nicht wunder, wenn allenthalben der Ehrgeiz anzutreffen ist, möglichst leistungsstarke Teams zusammenzustellen, die dann in einschlägigen Wettbewerben Lorbeeren ernten können. Die darin Erfolgreichsten werden das Niveau zu halten, die weniger Erfolgreichen es zu erhöhen versuchen. Das kann ich alles gut verstehen. Die Ambitionen der Spiel- und Sportvereine können jedem passionierten Spiel- und Sportler nur recht sein, weil seinem Talent dienlich. Er will es weiterentwickeln und aus rein sportlichem Ehrgeiz bis ans Limit gehen. Dazu kann er jede Art von Förderung gut gebrauchen: ein optimales Training und Coaching, seinem Leistungsstand gemäße Herausforderungen und nicht zuletzt Rahmenbedingungen, die ihm den Rücken freihalten, ganz in seiner Kunst aufzugehen. Ja, er soll ein uneingeschränktes Künstlerleben führen können dürfen, solange er dazu bereit und bei Kräften ist. So weit, so gut. Nicht so gut ist, dass in unserer Geldwirtschaft ausgezeichneten Künstlern der Amateurstatus wegbezahlt und weniger berühmten das Künstlerleben erschwert wird. Das ist nicht gut; denn in einer menschlichen Gesellschaft sollen alle gleich gut versorgt sein. Die Ungleichheit soll keine zwischen Arm und Reich sein, weder herkunftsbedingt noch leistungsbedingt noch aus anderen Gründen. Wer etwas leistet, schöpft unmittelbar daraus seinen existentiellen Wohlstand, nicht erst aus einer Gegenleistung. Wer im Wettbewerb weiter unten "spielt", soll deshalb nicht auf ein Existenzminimum zurückgeworfen werden dürfen. Keine Leistungswerte, sondern die Menschenwürde soll ausschlaggebend dafür sein, ob jemand "gut situiert" ist. Über dieses Grundrecht hinaus sollen den Ungleichheiten Tür und Tor geöffnet sein, damit alle an deren oft erstaunlichen Blüten ein interesseloses Wohlgefallen finden können.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen