Freitag, 3. September 2010

Gott durch die Schwerkraft ersetzt

Stephen Hawking sagt neuerdings ("The Grand Design"), "weil es ein Gesetz der Schwerkraft gibt", könne ein Universum von selbst entstehen und sei es auch von selbst entstanden. Ein Schöpfergott sei somit überflüssig. Aber warum, Mister Hawking, gibt es ein Gesetz der Schwerkraft?

Kommentare:

  1. Meines Wissens sagt Hawking nicht: „weil es ein Gesetz der Schwerkraft gibt, könne ein Universum von selbst entstehen“. Wenn man Hawking’s Bücher liest – er favorisiert die Superstring Theorie - oder Ashtekar oder Smolin – sie vertreten die Quanten- Schleifen-Theorie -, dann lernt man, dass nicht notwendigerweise nach einem Sinn hinterfragt werden muss, um das Universum oder unser Leben zu verstehen.
    Übrigens Leo’s Frage ist eine unlogische Schleife: Die Schwerkraft ist Teil, Eigenschaft des Universums. Schwerkraft und Universum sind also geschlossen selbst entstehend. Warum dann die Frage nach dem Gesetz der Schwerkraft.
    Um mehr zu Thema „Sinn oder Schöpfung im Universum oder über die Existenz des Menschen“ empfehle ich neuere Literatur:
    Brockmann, John, Die dritte Kultur, 1996, Goldmann Verlag
    Linden, J. David, Das Gehirn ein Unfall der Natur, 2010 Rowohlt Verlag
    Metzinger, Thomas, Der Ego Tunnel, 2009, Berlin Verlag
    Morgenstern, Martin, Metaphysik in der Moderne, 2008, Steiner Verlag

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  2. Es geht mir bei meiner Hawking-Kritik um die von ihm als fachlicher Autorität verbreitete Suggestion, die Frage nach der Endlichkeit oder Unendlichkeit der Welt wissenschaftlich entscheiden zu können. Die beiden Optionen haben geistesgeschichtlich abwechselnd ihre Konjunkturen - je nach den Zwischenständen der Forschung bzw. den Hoheiten von deren Deutung. Dazu gesellt sich immer wieder einmal die entschieden-unentschiedene Sowohl-als-auch-Option (oder wie man den "dritten Weg" sonst charakterisieren mag). Für Beiträge in einem Open-End-Gespräch gehört es sich so. Und auch dieser Gesprächscharakter wirkt einerseits befriedigend, andererseits unbefriedigend, dritterseits irgendwie gemischtgefühlig. Ich kenne keinen fortwährender gültigen Bericht zur Lage der menschlichen Vernunft als diesen, der freilich in solcher Differenziertheit kein großes Publikum anzureizen vermag.

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